Neuigkeiten

Im Rahmen von Unternehmenssanierungen wird neben anderen Maßnahmen häufig ein Schuldenschnitt vorgenommen. Dabei verzichten Gläubiger des notleidenden Unternehmens ganz oder zumindest anteilig auf ihre Forderungen. So angenehm die finanzielle Entlastung für den Sanierungsfall ist, führt diese jedoch zu einer Erhöhung des steuerlichen Ergebnisses (Sanierungsgewinn), weil die Minderung der Verbindlichkeiten erfolgswirksam auszubuchen ist. Da dem notleidenden Unternehmen durch den Schuldenschnitt keine liquiden Mittel zugeführt werden, gefährdet die steuerliche Mehrbelastung den Erfolg der Sanierung.

Bis zum 31.12.1997 erfolgte die Freistellung der Sanierungsgewinne gem. § 3 Nr. 66 EStG (alte Fassung). Nach Abschaffung dieser Regelung führte die Finanzverwaltung die faktische Steuerfreiheit per BMF-Schreiben über den sog. Sanierungserlass wieder ein. Mit Beschluss vom 28.11.2016 entschied der große Senat des BFH jedoch, dass dieser Erlass gegen den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung verstößt.

Darauf reagierte der Gesetzgeber im Juni 2017 mit Neuregelungen, welche durch die §§ 3a EStG sowie 7b GewStG nun wieder im Gesetz verankert sind. Nach der Prüfung durch die EU-Kommission auf Vereinbarkeit mit dem EU-Beihilferecht traten die Neuregelungen schließlich im Rahmen des Jahressteuergesetzes zum 11.12.2018 in Kraft und greifen für Verbindlichkeiten, die nach dem 8.2.2017 bzw. auf Antrag auch für Verbindlichkeiten, welche vor diesem Datum erlassen wurden.

Dabei müssen für die Steuerfreiheit gem. § 3 a Abs. 1 EStG folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • ein Sanierungsertrag durch Betriebsvermögensmehrung oder Betriebseinnahmen,
  • ein betrieblich begründeter Schuldenerlass oder ein Forderungsverzicht der Gläubiger,
  • Erfüllung eines Sanierungszweckes, also die Absicht, eine Fortführung des notleidenden Unternehmens zu ermöglichen.

Eine unternehmensbezogene Sanierung ist gegeben, wenn zum Zeitpunkt des Schuldenerlasses die Sanierungsbedürftigkeit, die Sanierungsfähigkeit des notleidenden Unternehmens sowie die Sanierungseignung des Schuldenerlasses und die Sanierungsabsicht der Gläubiger nachgewiesen werden kann.

Durch § 7b GewStG wird an die Regelungen des § 3a EStG angeknüpft und eine Anpassung  an die gewerbesteuerlichen Besonderheiten vorgenommen. Die Entscheidungskompetenz über den Antrag liegt nun auch bzgl. der Gewerbesteuer ausschließlich beim Finanzamt.

Fazit:

Nach einer längeren Phase der Rechtsunsicherheit ist die steuerliche Behandlung von Sanierungsgewinnen nun endlich wieder klar geregelt. Da die Steuerfreiheit jedoch an eine Vielzahl von Bedingungen geknüpft ist, sollte bereits bei Aufstellung des Sanierungsplanes steuerliche Beratung hinzugezogen werden, damit die Sanierung nicht an einer unerwarteten Steuerbelastung scheitert.


Geschrieben von

Dipl.-Kfm. Jens Matthias

Dipl.-Kfm.
Jens Matthias

Steuerberater


Begleitet von zahlreichen Trommlergruppen machten sich am 28.08.2019 wieder 8 laufbegeisterte TaxPistols auf die 4x4 km – Strecke quer durchs Ostragehege. Die schweißtreibenden Temperaturen heizten unseren Jungs und Mädels erst richtig ein, so dass unsere TaxPistols 1 mit einem überragenden 12. Platz ins Ziel einliefen. Auch unsere zweite Staffel war flink unterwegs und belegte einen sehr guten 160. Platz.

Glücklich und zufrieden im Ziel

Das Thema Digitalisierung beschränkt sich bekanntermaßen nicht nur auf Prozesse innerhalb der Unternehmen, sondern betrifft insbesondere die externe Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten, Behörden und Dienstleistern.

Davon ebenso betroffen sind der Informations- und Datenfluss sowie die Übergabe von Unterlagen an die Steuerkanzlei und deren Rückgabe an das Unternehmen. Aufgrund der strengen gesetzlichen Regelungen an die zeitgerechte Erfassung der Geschäftsvorfälle, deren Nachvollziehbarkeit und Archivierung, müssen insbesondere bei der Finanzbuchführung in der Steuerkanzlei die Prozesse teilweise neu durchdacht werden. Verschiedene
Anbieter von Steuerberatungssoftware unterstützen mit entsprechenden Lösungen. Wir können an dieser Stelle auf unsere Erfahrungen mit der Anwendung „DATEV Unternehmen Online“ zurückgreifen. Der konsequente Einsatz derartiger Tools schafft einen messbaren Mehrwert auf beiden Seiten.

  • Die Belege in Papierform bleiben im Unternehmen. Der Pendelordner entfällt.
  • Elektronische Dokumente werden elektronisch weitergegeben; ein Systembruch durch Ausdrucken → Abheften →Weitergabe an die Steuerkanzlei entfällt.
  • Der Zugriff auf die Dokumente ist sofort nach ihrer Bereitstellung möglich; es kann bereits innerhalb der Abrechnungsperiode
    gebucht werden. Auch die externe Buchführung ist täglich möglich.
  • Für die Jahresabschlusserstellung in der Steuerkanzlei entfällt die Nachforderung von Belegen, die dort versehentlich nicht
    kopiert wurden.
  • Bereits im Unternehmen können zu den Geschäftsvorfällen z.B. Kostenstellen hinterlegt und / oder eingegeben werden.
  • Lieferanten- und Kundenstammdaten stehen elektronisch zur Verfügung.
  • Zahlungsvorgänge können direkt zur Eingangsrechnung erledigt werden.
  • Für steuerliche Außenprüfungen ist es möglich, die Datensätze mit Belegbild den Prüfern zur Verfügung zu stellen. Die reihenweise
    Aktenbereitstellung sowie das Kopieren der Belege für die Prüfer kann entfallen.
  • Sonstige Dokumente wie z.B. Verträge werden ebenfalls elektronisch bereitgestellt.
  • Die Auswertungen können im Rechenzentrum bereitgestellt und - Internet vorausgesetzt - von jedem Ort aus eingesehen
    werden.
  • Die Archivierung der Papierdokumente im Unternehmen lässt sich kostengünstiger organisieren.

Über die gleiche Online-Anwendung können Angebote, Auftragsbestätigungen und Ausgangsrechnungen erstellt und Letztere elektronisch an die Finanzbuchhaltung übergeben werden.

Auch der Bereich Lohnbuchhaltung wird durch die Software unterstützt und bietet diverse Vorteile:

  • Führen einer digitalen Personalakte mit Zugriff vom Unternehmen und der Steuerkanzlei.
  • Informationen an das Lohnbüro müssen nicht mehr per E-Mail versendet, sondern können dem jeweiligen Arbeitnehmer in der digitalen Personalakte zugeordnet werden.
  • Um Doppelerfassungen im Unternehmen und der Steuerkanzlei zu vermeiden, lässt sich eine Vorerfassung von Bewegungsdaten
    im Unternehmen einrichten.
  • Lohnauswertungen werden bereitgestellt und nicht mehr verschickt.
  • Prüfungsrelevante Unterlagen werden dem Prüfer digital zur Verfügung gestellt.
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen können die Arbeitnehmer online abrufen.

In Verbindung mit der elektronischen Bereitstellung der Zahlungsvorgänge auf den Bankkonten, steht einer volldigitalen Verarbeitung der beschriebenen Bereiche nichts mehr im Wege.

In der Praxis, können wir aus unseren Erfahrungen berichten, dass diese digitale Zusammenarbeit immer dann funktioniert, wenn sich alle Beteiligten darüber im Klaren sind, dass Prozesse definiert werden müssen. Auch in diesem Bereich ist die Digitalisierung kein Selbstläufer. Durch eine gewissenhafte Vorbereitung, Planung und Beschreibung der Abläufe wird erkennbar, welche Prozesse im Unternehmen anzupassen und umzusetzen sind. Wir sind bei Unternehmen, die kein Warenwirtschaftssystem (WWS) im Einsatz haben, nach wenigen Abrechnungsperioden zum Ziel gekommen. Es konnte auf beiden Seiten ein Mehrwert erreicht werden. Komplexer wird das Thema beim Einsatz von WWS, die nicht über die erforderlichen Schnittstellen verfügen. Hier ist Beharrlichkeit gefragt, um den gewünschten Erfolg zu erreichen. Nicht selten ist die Programmierung der Schnittstellen anzupassen.

Eine besondere Bedeutung kommt den handelnden Mitarbeitern zu. Sie sind es, deren gewohnte Arbeitsabläufe neu gestaltet werden und sie sind es, die diese Prozesse mit Leben erfüllen. Sie müssen Fehler ausmerzen und weiteres Optimierungspotenzial erkennen. Sie können entscheidend sein, ob das gesamte Projekt erfolgreich wird oder scheitert. Begleiten die Verantwortlichen des Unternehmens das Projekt aktiv und bringen sich entsprechend ein, wird es zum Erfolg führen.

Insgesamt dienen die beschriebenen digitalen Prozesse einer effizienten Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Steuerkanzlei. Fehler in der Übertragung von Informationen können vermieden und insgesamt viel Zeit eingespart werden.

Für die Mitarbeiter der Bereiche präsentiert sich das Unternehmen als modern und zukunftsorientiert und wird somit auch für junge Fachkräfte durchaus interessant!


Geschrieben von

Dipl.-Kfm. (FH) Jörg Loos

Dipl.-Kfm. (FH)
Jörg Loos

Steuerberater


Die REWE TeamChallenge ohne die SGK? Undenkbar!!! Auch in diesem Jahr gingen wieder 8 flinke TaxPistols an den Start und bezwangen die 5 Kilometer unter tobendem Ablaus zahlreicher Schaulustiger vom Altmarkt bis ins Rudolf - Harbig - Stadion.


In vielen Fällen wollen Gesellschaftergeschäftsführer auch nach Eintritt des Pensionsalters weiterhin für ihr Unternehmen tätig sein. Gründe hierfür gibt es viele, sei es, weil sich noch kein geeigneter Nachfolger gefunden hat oder der Unternehmenseigner sich noch fit fühlt und deswegen noch nicht in den Ruhestand treten will.

Gerade bei nach der Wende gegründeten Kapitalgesellschaften wurde häufig die Pensionszusage als steuerliches Gestaltungsmodell genutzt. Für die Kapitalgesellschaft bestand die Möglichkeit, aufgrund der Pensionszusage an ihren Gesellschaftergeschäftsführer die Kosten für eine spätere Pensionszahlung schon während der Erdienungszeit als Betriebsausgabe geltend zu machen, indem sie eine sogenannte Pensionsrückstellung bildete. Viele dieser Vereinbarungen sind so gestaltet, dass der Gesellschafter „mit dem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis“ (i.d.R. mit Vollendung des 65. Lebensjahrs) von der Gesellschaft eine Pensionszahlung erhalten soll.

Der Gesellschaftergeschäftsführer will natürlich im Falle einer Weiterbeschäftigung zwei Vergütungen erhalten, nämlich die erdiente Pensionszusage und sein Geschäftsführergehalt.

Die Finanzverwaltung geht in diesen Fällen von einer sogenannten verdeckten Gewinnausschüttung in Höhe der gezahlten Pensionsansprüche aus und begründet dies damit, dass das Dienstverhältnis aufgrund der Weiterbeschäftigung nicht beendet und die Zahlung deshalb gesellschaftsrechtlich veranlasst ist. Die verdeckte Gewinnausschüttung erhöht das Einkommen der Kapitalgesellschaft und löst Körperschaft- und Gewerbesteuer aus. Der ursprünglich geplante positive Steuereffekt geht damit gänzlich verloren.

Sollte sich eine derartige Konstellation in der Praxis ergeben oder sich mittelfristig ankündigen, ist dringend Beratungsbedarf geboten. Da jeder Einzelfall für sich betrachtet werden muss und insbesondere die Bedürfnisse der Gesellschafter in die Planung einzubeziehen sind, gibt es an dieser Stelle kein generelles Gestaltungsrezept.

Trotz der Einschränkungen hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten, lassen sich trotzdem immer Lösungsansätze finden, insbesondere dann, wenn noch genügend Zeit bis zur Fälligkeit des Pensionsanspruchs zur Verfügung steht.


Geschrieben von

Steuerberater Dipl. Kfm. Bernd Künzel

Dipl.-Kfm.
Bernd Künzel

Steuerberater


Aktuell müssen wir feststellen, dass die Fahrtenbücher zu den betrieblichen Fahrzeugen, welche auch einer privaten Nutzung zugänglich sind, zunehmend Gegenstand der Betriebsprüfungen sind bzw. schon im Rahmen der Steuerveranlagung abgefordert werden.

Nicht selten werden im Rahmen der Prüfung fehlende Übereinstimmungen bzgl. des Kilometerstandes auf den Werkstattrechnungen, mit Orten der erfassten Tankquittungen oder den Kilometerangaben, welche einem Internet-Routenplaner zu entnehmen sind, festgestellt. Dies führt dann zwangsläufig zur Anwendung der so genannten 1-Prozentregelung und bei einem Prüfungszeitraum von mindestens drei Jahren in der Regel zu einer erheblichen Steuernachzahlung. Schließlich wird bei diesem pauschalen Ansatz pro Monat ein Prozent des Bruttolistenpreises vom Neufahrzeug als gewinnerhöhender privater Nutzungsvorteil angesetzt.

Mittlerweile geht die Prüfung sogar soweit, dass beim Hersteller des Fahrtenbuches angefragt wird, wann die Version des Fahrtenbuches gedruckt wurde, um somit im Nachgang erstellte Fahrtenbücher identifizieren zu können.

Die Betriebsprüfer haben somit mit einem überschaubaren Aufwand ihr „Soll“ schnell erfüllt.

Deshalb ist unbedingt auf die Einhaltung der folgenden Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zu achten:

  • zeitnahe Erfassung,
  • geschlossene Form (keine Excel-Tabelle),
  • Wiedergabe des vollständigen und fortlaufenden Zusammenhanges der Gesamtkilometer,
  • Datum und Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder einzelnen Fahrt,
  • Reiseziel, Reisezweck und aufgesuchter Geschäftspartner,
  • Aufführung von Umwegen.

Da ein Fahrtenbuch in Papierform oft umständlich zu führen ist, gibt es mittlerweile einige Anbieter zertifizierter elektronischer Fahrtenbücher, welche mit Hilfe von GPS-Daten, der Bordelektronik und dem Abgleich mit Ihren Kontaktadressen relativ bequem die notwendigen Angaben des Fahrtenbuches ermitteln können.

Tipp:

Auch wenn das Fahrtenbuch bereits im Rahmen der Veranlagung abgefordert wurde, sollte der Rücklauf des Fahrtenbuches vom Finanzamt nachgehalten und auf eine sorgsame Aufbewahrung geachtet werden. Schließlich kann ein Fahrtenbuch mehrere tausend Euro an Steuern wert sein.


Geschrieben von

Dipl.-Kfm. Jens Matthias

Dipl.-Kfm.
Jens Matthias

Steuerberater


Fünfzig interessierte Mandanten lauschten den beiden Vorträgen zum Mandantenabend, zu welchem die SGK am 25.10.2018 ins Wyndham Garden Hotel eingeladen hatte. Bernd Künzel, Partner und Steuerberater der SGK, referierte zum Thema "Steueroptimierte Mitarbeitervergütungen" und zeigen den Zuhörern Wege auf, um die eigenen Mitarbeiter weiter ans Unternehmen zu binden und damit die eigene Unternehmermarke weiter zu stärken.

Den zweiten Vortragsteil übernahm der Historiker Christian Pötzsch. Er entführte die Zuhörer ins 17. Jahrhundert und zeigte, dass der Kurfürst August der Starke noch mehr Interessen als die Frauen hatte.


Auch beim 20. Dresden Marathon war die SGK wieder mit am Start. Diesmal nicht in Laufschuhe, sondern die SGK beteiligte sich finanziell als Sponsor.


Wir laden Sie recht herzlich zu unserem Mandantenabend am 25.10.2018 um 17 Uhr zum Thema "Steueroptimierte Mitarbeitervergütungen" ein.

 


 

Sie sind herzlich zu unserem Mandantenabend am 25.10.2018 eingeladen. Merken Sie sich den Termin vor! Weitere Informationen folgen.