Trotz des alles überdeckenden Corona-Themas möchte ich den Versuch starten, Ihre Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die uns gerade in der jetzigen Zeit schmerzlich ins Bewusstsein gerückt werden.

Dabei ist die Notwendigkeit der Digitalisierung betrieblicher Prozesse auch in Verbindung mit den Beratern des Unternehmens sicherlich noch eine gewinnbringende Angelegenheit.

Anders sieht es mit Themen aus, die insbesondere die Unternehmenslenker liebend gern verdrängen. Frei nach dem Motto „Es trifft nur die Anderen, ich bin für die Ewigkeit geschaffen und ohne mich geht eh nichts“ frage ich Sie, wie aktuell ist in Ihrem Unternehmen der „Notfallkoffer“? Wie weit ist die Umsetzung der Unternehmensnachfolge vorangeschritten?

Die Antworten gehen nicht nur den Inhaber an, sondern auch die Mitarbeiter! Was ist wenn:

  • Der einzige Vertretungsberechtigte des Unternehmens sich im künstlichen Koma befindet oder gar stirbt?

Wer darf dann kurzfristig die Geschäftsleitung übernehmen, um:

  • Rechnungen zu bezahlen?
  • Anträge auf Corona-Unterstützung zu unterzeichnen?
  • Notkredite zu beantragen?
  • Projekte weiterzuführen, die die Geschäftsleitung selbst begleitet?
  • auf wichtige Unterlagen, Zweitschlüssel, EDV- Zugänge und Kontaktdaten zuzugreifen?

Sind private Vorkehrungen getroffen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament?

Neben diesen Fragestellungen eines Worst Case – Szenario drängt sich die direkte Frage nach der Unternehmensnachfolge auf.

Ihr Steuerberater ist hierfür der richtige Ansprechpartner. Er ist gut vernetzt und empfiehlt Ihnen bei Bedarf die richtigen Experten für die Umsetzung dieses komplexen Themas.

Ihm ist es bewusst, dass die Unternehmensnachfolge neben der betrieblichen vor allem die Privatsphäre berührt.

Eine geplante Übergabe kann nur funktionieren, so lange sie überhaupt möglich ist. Die ungeplante Übergabe durch Tod ist höchstwahrscheinlich die teuerste Alternative und kann vermieden werden. Die vorhandenen Steuererleichterungen sind äußerst komplex und bedürfen einer gründlichen Vorbereitung und frühzeitigen Umsetzung entsprechender Entscheidungen. Das Steuerrecht verbindet steuerliche Vergünstigungen mit mehrjährigen Voraussetzungen. Der Prozess der Unternehmensnachfolge von Vorbereitungshandlungen bis Erreichen der Zielstruktur kann im Einzelfall durchaus mehr als fünf Jahre in Anspruch nehmen und es gibt keinen Grund länger zu warten!

Bleiben Sie gesund und werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht!


Geschrieben von

Dipl.-Kfm. (FH) Jörg Loos

Dipl.-Kfm. (FH)
Jörg Loos

Steuerberater